Aktuelle Zahlen

Branchenbarometer

Der Deutsche Ladenbau Verband erhebt in einer Umfrage, die quartalsweise durchgeführt wird, regelmäßig die Auftragslage unter den Mitgliedsfirmen des Verbandes. Abgefragt wird die Auftragslage im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres sowie die Aussichten für das laufende Jahr.

Abweichend davon kann der Verband in unregelmäßigen Abständen auch Zahlen zur aktuellen Lage erfassen und hier vorstellen.

Ladenbau in schwierigen Zeiten 

Die Coronakrise stellt alles auf den Kopf und das in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. So ist die Misere im durch den Lockdown arg gebeutelten Handel bei den Ladenbauern angekommen. Die Auftragslage ist schlecht für diejenigen, die in den besonders betroffenen Handelsbranchen unterwegs sind.  So sind die Erhebungen, die der dLv seit Anfang April unter seinen Mitgliedern durchführt, nur eine Bestätigung dessen, was ohnehin jeder ohne Zahlen weiß: die Investitionswilligkeit des Handels ist zögerlich, Projekte werden aufgegeben, geschoben oder verkleinert. Dagegen läuft es im privaten Innenausbau gut, weil die Reisebeschränkungen und die Unsicherheit, wie es weitergeht, dazu führen, dass vermehrt ins eigene Heim investiert wird. Die Zahlen der Möbelindustrie bestätigen diese Einschätzung.

Auszug aus der aktuellen Erhebung August/Anfang September 2020 (die Auswertung ist abgedruckt im Insider 61):

Wie ist die Auslastung in der Produktion?

Eine 100%ige Auslastung können 20% der Unternehmen melden. Zwischen 75% und 100% Auslastung liegen rund 28% aller Unternehmen. Rund die Hälfte aller dLv-Unternehmen produziert also nahezu in voller Auslastung. Stark ist momentan für Viele der private Innenausbau.

Wie sehen Sie Ihren Auftragseingang im 2. Quartal 2020 im Vergleich zum gleichen Quartal 2019?

Immerhin 11% der Unternehmen sehen keine Veränderung gegenüber 2019. Rund 30% haben zwischen 10 und 30% weniger Aufträge. Aber 33% müssen sich mit einem Auftragsrückgang von 40 bis 50% abfinden. 

Planen Sie den Arbeitsplatzabbau?

Erfreulicherweise planen rund 70% nicht, Mitarbeiter zu entlassen. 25% warten die weitere Entwicklung ab. Der Fachkräftemangel war vor der Krise beherrschendes Thema. Daher halten die Firmen an Ihren Mitarbeitern fest, wenn es für sie möglich ist.

Was war für Ihr Unternehmen in den letzten Wochen die größte Herausforderung?

Die mittelständisch geprägten Mitgliedsunternehmen hatten an allen Fronten zu tun wie andere Wirtschaftsunternehmen auch (sei es mit Homeoffice, Kurzarbeit, Aufrechterhalten der Kundenbindung bei Kontaktverboten). Es musste der Spagat zwischen kurzfristigen Lieferwünschen und der vielfach durch Kurzarbeit bedingten angespannten Personalsituation bewältigt werden. In der Lockdownphase war es stellenweise schwierig, aufgrund der Coronaschutzbestimmungen Baustellen abzuwickeln.

Äußern sich Ihre Kunden zur  Investitionswilligkeit?

„Zögerlich, zurückhaltend, vorsichtig“ sind die meistgenannten Adjektive, wenn der Investitionswille der Handelskunden beschrieben werden soll. Das Jahr 2020 scheint bei vielen abgehakt zu sein. Alles konzentriert sich auf 2021. Es gibt aber auch – wenngleich weniger - Stimmen, die „jetzt erst recht“ sagen. Folgerichtig sind das Kunden aus Branchen wie LEH oder Drogerie, die in der Krise gut verdient haben. Oft fließt das Geld in digitale Infrastruktur, der POS soll digital aufgerüstet werden.